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Ananasfasern werden aus den Blättern der Ananaspflanze gewonnen, welche ein Beiprodukt der Lebensmittelproduktion sind. Die Nutzung von Ananasfasern ist sehr vielseitig. Ananas Anam haben es zum Beispiel geschafft, eine Art Faservlies aus Ananasfasern herzustellen, welcher die Basis von Piñatex® bildet. Piñatex® wird oft als vegane Alternative zu Leder bezeichnet, und ist aufgrund des geringen Ressourcenverbrauchs zudem nachhaltiger in der Herstellung. Des Weiteren ermöglicht die Produktion von Ananasfasern einen zusätzlichen und stabilen Ertragsstrom für landwirtschaftliche Gemeinden.

Apfelleder oder “Appleskin” ist ein Leder-ähnliches Material, welches von der deutschen Firma Nuuwaï hergestellt wird. Das Material ist komplett vegan und besteht zu 50% aus Überresten der Apfelverarbeitung und zu 50% aus PU (Polyurethan). Nuuwaï stellt daraus robuste Accessoires her, indem die Apfel- und PU-Mischung auf reißfeste Baumwolle aufgetragen und anschließend erhitzt wird, um das Material wetterbeständig und strapazierfähig zu machen. “Appleskin” ist Peta-Approved Vegan und ÖKO-TEX 100 zertifiziert.

Bambus kann auf zwei verschiedene Arten verarbeitet werden: zum einen gibt es einen mechanischen Prozess, mit dem ein Stoff hergestellt werden kann, der Leinen ähnelt (auch oft “Bambus Leinen” genannt). Zum anderen ist eine chemische Verarbeitung möglich, welche in einem Rayon (Viskose) Stoff resultiert. Im Vergleich zu anderen Viskose Stoffen wächst Bambus jedoch viel schneller und kommt zudem ohne den Zusatz von Pestiziden und Herbiziden aus. Stoffe aus Bambus nehmen Feuchtigkeit sehr gut auf, sind atmungsaktiv und antibakteriell.

Bananenfasern werden aus dem sogenannten “Pseudostamm” der Bananenstaude gewonnen. Da die Faser somit aus Abfallmaterial produziert wird, welches nach Ernten der Frucht andernfalls verbrannt werden oder auf natürliche Weise verrotten würde, ist die Herstellung sehr ressourcenschonend. Sowohl die Fasergewinnung als auch die weitere Verarbeitung der Bananenfasern kann sehr unterschiedlich sein, wobei einige Prozesse umweltfreundlicher sind als andere. Je nach Weiterverarbeitung entsteht entweder eine raue Bastfaser, oder eine weiche Faser die ähnliche Eigenschaften wie Seide aufweist.

Im Gegensatz zu konventioneller Baumwolle wird Bio-Baumwolle ohne die Benutzung von Pestiziden, Herbiziden und anderer schädlicher Chemikalien angebaut.  Während der Wasserverbrauch von Bio-Baumwolle im Vergleich zu anderen Fasern nach wie vor relativ hoch ist, ist die Menge des benötigten Wassers dennoch um einiges geringer als beim normalen Baumwollanbau. Bio-Baumwolle ist eine natürlich Faser, die sowohl erneuerbar als auch biologisch abbaubar ist. Kleidung aus Bio-Baumwolle ist atmungsaktiv und nimmt Feuchtigkeit sehr gut auf.

Cupro besteht aus regenerierter Zellulose-Faser, welche aus dem Lint der Baumwolle gewonnen wird. Damit sind Fasern gemeint, welche normalerweise zu klein sind um versponnen zu werden, und demnach ein Beiprodukt der Baumwollernte sind. Die Herstellung von Cupro benötigt zwar den Zusatz von Chemikalien, allerdings werden diese in der Regel in einem Closed-Loop System wiederverwendet, um etwaige Schäden in Bezug auf die Umwelt zu verringern. Cupro hat ähnliche Eigenschaften wie Baumwolle und ist gleichzeitig außergewöhnlich weich und glänzend, weshalb es oft als vegane Alternative zu Seide verwendet wird.

Econyl ist ein erneuertes Nylon Garn, welches von der italienischen Firma Aquafil entwickelt wurde. Es besteht sowohl aus Post-Consumer Abfall, wie z.B. gebrauchten Fischernetzen, als auch aus Pre-Consumer Abfall in der Form von Stoffresten. Der Abfall wird weltweit gesammelt um dann in Slovenien als Teil eines closed-loop Systems in ein zu 100% erneuertes und erneuerbares Nylon umgewandelt zu werden. Zum einen werden durch diese Methode sogenannte Geisternetze aus den Ozeanen entfernt, und zum anderen benötigt die Herstellung 50% weniger Energie als Virgin Nylon. Zusätzlich dazu wird der Kohlenstoffdioxidausstoß um 50% reduziert, und es wird vollkommen auf die Benutzung von Erdöl verzichtet.

Hanf wächst rapide und benötigt im Vergleich zu konventioneller Baumwolle nur etwa halb so viel Wasser und Anbaufläche. Zudem wachsen Hanfpflanzen so dicht nebeneinander, dass Unkraut von alleine ausgemerzt wird und daher keine Verwendung von Herbiziden nötig ist. Kleidung aus Hanf ist sehr strapazierfähig, nimmt Feuchtigkeit gut auf und ist auf natürliche Weise antibakteriell. Zusätzlich dazu hat Hanfstoff ähnliche Eigenschaften wie Leinen.

Kork wird aus der Rinde der Korkeiche gewonnen, die hauptsächlich in mediterranen und iberischen Gebieten wächst. Kork kann alle neun Jahre von der äußersten Lage der Rinde geerntet werden. Das geerntete Material behält die einzigartige Struktur bei und kann als vegane Alternative zu Leder verwendet werden. Korkmaterial ist sehr leicht, wasser- und reißfest. Zusätzlich dazu kann eine abgeerntete Korkeiche bis zu fünf mal mehr Kohlenstoff aufnehmen, als eine Eiche mit Rinde, was den Prozess umso nachhaltiger macht.

Milchfaser wird aus Milch hergestellt, welche nicht mehr länger zum Verzehr geeignet ist und normalerweise entsorgt wird. Stattdessen nutzen Firmen wie QMilk den Rohstoff, um daraus eine Proteinfaser für die Textilindustrie herzustellen. Milchfaser ist weich und gut für die Haut - und daher auch perfekt für Menschen mit Allergien und sensibler Haut geeignet. Kleidung aus Milchfaser hat antibakterielle Eigenschaften und nimmt Feuchtigkeit sehr gut auf. Die Faser ist zudem biologisch abbaubar.

Modal ist eine Zellulosefaser die meistens aus Buchen gewonnen wird, somit also eine Art von Rayon (Viskose). Viskose wird auf Grund von Problemen mit Abholzung und dem Einsatz von giftigen Chemikalien während des Produktionsprozesses oft als wenig nachhaltig angesehen. Die österreichische Firma Lenzing hat jedoch einen umweltfreundlichen Produktionsprozess für Modal erschaffen, welcher komplett aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammt und die benutzten Chemikalien wiederverwertet. Stoff aus Modal hat sehr viele positive Eigenschaften - er ist zum Beispiel sehr atmungsaktiv und kann ca. 50% mehr Feuchtigkeit aufnehmen als Baumwolle. Modal ist außerdem sehr weich und geht beim Waschen nicht ein.

Orange Fiber ist das Produkt einer gleichnamigen italienischen Firma, die eine Zellulosefaser für die Textilindustrie aus den Beiprodukten der Zitrus-Saftproduktion herstellt. Dadurch macht das Unternehmen von einigen der 700 000 Tonnen Zitrusabfällen Gebrauch, die jedes Jahr allein in Italien anfallen. Stoff aus Orange Fiber ist sehr weich und glatt, weshalb die Faser auch oft mit Seide verglichen wird. Ähnlich wie andere Zellulosefasern ist Orange Fibre atmungsaktiv, strapazierfähig und pflegeleicht. Zusätzlich enthält die Faser Vitamin C sowie die selben ätherischen Öle, die auch in den Zitrusschalen der Früchte vorkommen.

Um ein ungebrochenes Filament zu erhalten werden Seidenkokons in der konventionellen Seidenproduktion in kochendes Wasser gelegt oder getrocknet, während sich die Seidenraupe noch darin befindet. Peace Silk Produktion hingegen ermöglicht es den Tieren entweder auf natürliche Weise zu schlüpfen, oder die Kokons werden einzeln per Hand aufgeschnitten, damit die Seidenraupe den Kokon noch vor dem Weiterverarbeitungsprozess verlassen kann. Unternehmen wie Cocccon achten zudem darauf, keine Chemikalien oder Pestizide während des Herstellungsprozesses zu verwenden. 

Ramie gilt als einer der ältesten Textilfasern und wird aus der Nesselpflanze gewonnen. Ramie kann bis zu sechs Mal pro Jahr geerntet werden, wobei zuerst die Rinde entfernt und die Faser anschließend in ihre chemischen Einzelbestandteile aufgespaltet wird, um eine für den Spinnvorgang geeignete Faser zu erhalten. Ramie gehört zu der Gruppe der Bastfasern und hat ähnliche Eigenschaften wie Leinen. Zusätzlich dazu ist die Faser antibakteriell und nimmt Feuchtigkeit sehr gut auf.

Im Gegensatz zu gewöhnlichem Polyester, dessen Produktion große Mengen an Petroleum verbraucht, wird recycelter Polyester hauptsächlich aus PET hergestellt. PET ist das selbe Material welches für Plastikflaschen verwendet wird, und indem aus dem gebrauchten PET Stoff hergestellt wird, landet letztendlich weniger Plastik auf Müllhalden. Zusätzlich dazu verbraucht die Produktion von recyceltem Polyester nur etwa halb so viel Energie wie die von gewöhnlichem Polyester. Recycelter Polyester hat dennoch die selben positiven Eigenschaften wie normaler Polyester, ist jedoch zugleich weniger schädlich für die Umwelt. Der Stoff ist sehr strapazierfähig, dehnt sich nicht aus, geht beim Waschen nicht ein, und trocknet zudem sehr schnell.

Sojafaser wird aus den Beiprodukten von Soja Verarbeitung und Tofu Herstellung produziert, und ist deshalb sehr ressourcenschonend. Während der Produktionsprozess oft nicht vollkommen nachhaltig ist, da es zu der Verwendung von GMO Soja und dem Zusatz von Chemikalien kommen kann, weist die Faser jedoch sehr positive mechanische Eigenschaften auf. Kleidung aus Sojafaser ist zum einen sehr atmungsaktiv, saugfähig und pflegeleicht, und besitzt zudem wertvolle Amino Säuren, welche sich positiv auf die menschliche Haut auswirken.

Teak Blätter eignen sich gut als pflanzliche Alternative zu Leder. Die heruntergefallenen Blätter werden von Hand eingesammelt, getrocknet und anschließend mit einer sehr feinen und dünnen Laminierung überzogen, um das Material langlebiger und beständiger zu machen. Der Herstellungsprozess dieses Materials aus Teak Blättern hat eine lange Tradition in asiatischen Ländern, vor allem Thailand. Da die Struktur der einzelnen Blätter variiert, ist jedes der daraus gefertigten Produkte einzigartig.

Tencel - auch als Lyocell bekannt - ist eine Faser, die von der Österreichischen Firma Lenzing produziert wird. Die Faser wird auf umweltfreundliche Art und Weise aus erneuerbaren Zellulose-Pflanzen hergestellt. In den meisten Fällen werden hierfür Eukalyptus Bäume genutzt, welche auch ohne den Zusatz von Dünger oder Pestiziden vergleichsmäßig schnell wachsen. Tencel ist zwar eine Art von Rayon, hat jedoch auf Grund der Closed-Loop Produktion geringere Auswirkungen auf die Umwelt als gewöhnlicher Rayon oder Viskose. Die von Lenzing produzierte Faser ist als kompostierbar und biologisch abbaubar zertifiziert. Zusätzlich dazu hat Tencel antibakterielle Eigenschaften, ist atmungsaktiv und nimmt Feuchtigkeit sehr gut auf.